Die Legende des heiligen Nikolaus

Die 3 Kinder und Knecht Ruprecht

Diese Nikolauslegende, die bekannteste, machte den Heiligen zum Schutzpatron der Kinder. Sie ist auch der Ursprung zahlreicher Lieder und Gedichte und wird in verschiedenen Versionen erzählt. Diese Originalversion jedoch ist immer gegenwärtig und die 3 Kinder begleiten den Heiligen Jahr für Jahr, zusammen mit dem bösen Metzger, auf seinem Festwagen.

 

Die Legende der drei kleinen Kinder

Drei Kinder zogen aus, um Ähren zu sammeln. Auf dem Rückweg verliefen sie sich. Nachdem sie lange herumgeirrt waren, kamen sie zu einem hell erleuchteten Haus. Es war der Laden eines Metzgers. Freundlich bot er ihnen Essen und ein Bett für die Nacht an. Als die Kinder in tiefen Schlaf gefallen waren, schnitt der Metzger ihnen die Kehle durch, teilte sie in kleine Stücke und steckte sie in ein Salzfass.

Einige Jahre vergingen. Sankt Nikolaus hörte von den 3 kleinen Kindern. Er begab sich zu dem grausamen Metzger und verlangte von ihm ein Stück Pökelfleisch zum Essen. Als er sah, wie bleich der Metzger wurde, segnete er das Pökelfass und öffnete es. Heraus kamen die drei Kinder, frisch und munter, und erklärten, wunderbar geschlafen zu haben.

Knecht Ruprecht

Aufgabe des Knecht Ruprecht ist es, zu beurteilen, ob die Kinder brav waren und den wirklich unartigen mit der Rute zu drohen. Er trägt eine Weidenkiepe, in der er die bösen Kinder steckt und mitnimmt und ist allgemein als Kinderschreckfigur bekannt.

Der Legende zufolge soll Knecht Ruprecht 1552 in Metz das Licht der Welt erblickt haben, als die Stadt von den Truppen Karls V. belagert wurde. Zu jener Zeit erschuf die Gerberzunft eine Figur, die halb Oger halb Vogelscheuche, den Belagerer darstellen sollte.

Im deutschsprachigen Moselland heißt Knecht Ruprecht Hans Trapp und im Krummen Elsass ist er ein böser Geist, Mullewitz genannt. Andere sagen, dass es der Metzger aus der Nikolauslegende ist. In Bayern und Österreich spricht man vom Krampus, was Haken bedeutet.